Pflegebedürftigkeit - was nun? Vortrag in Neuss

15.01.2018


Vortrag mit Diskussion in der Volkshochschule Neuss am 15.01.2018, 17.30 – 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Romaneum, Brückstr. 1 (voraussichtlich Raum 127) - Der Eintritt ist frei!

 
Der Referent, Werner Schell, ist Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de / http://www.wernerschell.de

Was gilt es in gesunden Tagen - zeitgerecht - zu bedenken und welche Hilfen bietet das SGB XI bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit?
Was bedeutet in diesem Zusammenhang "ambulant vor stationär"? Was ist zu bedenken, wenn ein Heimaufenthalt nicht vermeidbar erscheint?

In den 90er Jahren wurde deutlich, dass die Pflegebedürftigkeit zu einem Lebensrisiko vieler Menschen geworden ist. Da eine soziale Absicherung geboten erschien, kam es zur Einführung der Pflegeversicherung, und zwar durch Schaffung des SGB XI. Dieser Versicherungszweig hat aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr Bedeutung erlangt. Gesetzeskorrekturen wurden 2008, 2012 und 2014/2015 (Pflegestärkungsgesetze I, II und III) beschlossen, ohne damit die Pflege der pflegebedürftigen Menschen auf Dauer zukunftsfest gemacht zu haben. Beklagt wird aktuell vor allem, dass die Rahmenbedingungen für die stationäre Pflege keine ausreichenden Stellenschlüssel für das Pflegepersonal vorsehen und die häusliche Pflege - trotz einiger Leistungsverbesserungen - mangels kommunaler Quartiershilfen ebenfalls notleidend ist. Zu beklagen sind aber besonders die Unzulänglichkeiten, die aufgrund fehlenden Pflegepersonals mehr als begründet sind. Letztlich ist auch zu bedenken, dass die Pflegeversicherung nur als eine Art "Teilkaskoversicherung" ausgestaltet ist und Eigenvorsorge angeraten erscheinen lässt. Es wurden daher grundlegende Reformen gefordert.

Die bisherigen drei Pflegestufen der Pflegeversicherung wurden mit Wirkung vom 01.01.2017 durch fünf Pflegegrade ersetzt. Damit soll dem Pflegebedarf der Menschen mit Demenz besser Rechnung getragen werden.

Zu beklagen ist, dass der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff den Pflegenotstand und die damit einher gehenden systemischen Mängel nicht aufgelöst hat wird. Die personelle Unterversorgung wird durch die ab 2017 größer werdende Zahl der pflegebedürftigen Menschen zweifelsfrei zunehmen. Unabhängig davon wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen stärker steigen als bisher erwartet. Daher ist die Forderung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk nach einer deutlichen Verbesserung der Stellenpläne für Pflegepersonal mehr als begründet!